Fachartikel, Manufacturing

„Industrie 4.0: Hype vs. Realität und Wettbewerbsfähigkeit“

Eine Keynote zum Auftakt der 3. Rethink! SPMS 2017 von Dr. Andreas Wendt, BMW Werkleiter in Dingolfing

Im Jubiläumsjahr „50 Jahre BMW in Niederbayern“ tritt Dr. Andreas Wendt die Nachfolge von Josef Kerscher als Werkleiter eines der größten BMW Werke weltweit an. Rund 340.000 BMW Automobile laufen hier im Jahr von den Montagebändern. Gebaut wird eine breite Palette von Fahrzeugen – aktuell Modelle der 3er, 4er, 5er, 6er und 7er Reihe. Auch Komponenten etwa für BMW Elektrofahrzeuge oder Karosserien für Rolls-Royce Motor Cars werden hier gefertigt. Insgesamt zählt der Standort über 17.500 Mitarbeiter.

Bis zu seinem Wechsel nach Dingolfing war der promovierte Maschinenbauer Wendt fast acht Jahre lang Leiter des BMW Group Werks Regensburg. Unter seiner Führung entwickelte sich der Standort zu einem wichtigen Pfeiler im BMW Produktionsnetzwerk. 2015 wurde die konsequente Ausrichtung des Werks auf Flexibilität, Veränderungsbereitschaft und Wettbewerbsfähigkeit mit dem „Excellence Award“ der EFQM ausgezeichnet. Mit diesem Preis würdigt die europäische Organisation die vorbildliche Einbindung von Mitarbeitern, Partnerfirmen und gesellschaftlichen Gruppen im Umfeld.

Seit 1. Februar steht Andreas Wendt nun an der Spitze des BMW Group Standorts Dingolfing. Dabei liegen dem 58jährigen vor allem die Themen Qualität und Kundenzufriedenheit am Herzen. Dr. Andreas Wendt: „Ich freue mich darauf, hier gemeinsam mit den Mitarbeitern Akzente setzen zu können. Wir in Dingolfing werden alles dafür tun, unsere Kunden weltweit mit der Premiumqualität zu begeistern, die sie zurecht von der Marke BMW erwarten.“

Unter welchen Gesichtspunkten aber verfolgt Wendt die konsequente Weiterentwicklung der Produktionssysteme hin zu Industrie 4.0 und welche Management Methoden haben die von ihm verantwortete Produktion so erfolgreich gemacht? Für ihn standen stets die  beststrukturierten, hocheffizienten und schlanken Produktionsumgebungen im Zentrum. Industrie 4.0 kann dabei seiner Meinung nach diese Umgebungen noch nachhaltiger und wirkungsvoller machen, indem eine erweiterte Stufe der Automatisierung auf Basis erhöhter Leistungsfähigkeit von Aktorik und Sensorik, IT und Vernetzung dazu beiträgt, die Effizienz der Produktionsumgebungen zu erhöhen. Ziel muss in seinen Augen aber weiterhin eine ganzheitliche Weiterentwicklung von Produktionssystemen zu einer spürbar höheren Exzellenz bleiben, die sich durch verbesserte Anpassungsfähigkeit, Störungsfreiheit, Führbarkeit auszeichnet und dies in einer nachhaltigen Ergebnisverbesserung bei Qualität, Zeit, Kosten sowie Mitarbeiter- und Kundenzufriedenheit nachweist. Ansatz ist damit die Nutzung erweiterter Möglichkeiten in Verbindung mit der Reduzierung von Komplexität und Störanfälligkeit. Kurz gesprochen: „Der Prozess bleibt der Chef, der durch Prozessbetreiber operativ geführt wird und dem Ingenieure und IT-Spezialisten zu dienen haben.“

In der diesjährigen Opening Keynote der 3. Rethink! SPMS (am 25. September in Hamburg) wird Dr. Wendt vor einem Publikum von 150 Werkleitern deutschsprachiger Industrieunternehmen der Frage nachgehen, wieviel Industrie 4.0 wirklich nötig ist, um Prozesse einfach, effizient und kundenorientiert zu steuern. Industrie 4.0 auf die Probe gestellt: Hype vs. Realität.

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